BSE IN KÜRZE
Christstollen haben
möglicherweise auch Fette aus Rinderhirnen
enthalten. Das Berliner Bundesamt für
gesundheitlichen Verbraucherschutz und
Veterinärmedizin hält es für möglich, daß
bis Herbst 2000 Fette aus Risikomaterial nicht
nur ins Kälberfutter, sondern auch in Glasuren
für Backwaren gelangt sind. Seit Oktober ist die
Verwendung von Risikomaterial verboten. Das
Institut will nun Fettschmelzen in mehreren
Bundesländern überprüfen. Rinderfette im
Tierfutter gelten als eine wahrschweinliche
Ursache für die Ausbreitung von BSE in
Deutschland.
In den USA wächst
die Angst vor BSE und der neuen Variante der
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. In Texas stehen 1000
Rinder unter Quarantäne, die vermutlich mit
Tiermehl gefüttert worden sind. In USA ist die
Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer seit
1997 verboten. Tiermehl aus Europa darf seit 1991
nicht mehr importiert werden. Allerdings
gelangten auch danach Rinderprodukte wie Fett,
Gelatine, Talg und Knochenmineralien von Europa
in die USA.
In Kanada und den
USA breitet sich eine spongiforme Enzephalopathie
unter Rehen und Hirschen aus. Die als Chronic
Wasting Disease, chronische Auszehrung,
bezeichnete Prionen-Krankheit hat bereits Teile
von Kanada und sechs Staaten im Westen der USA
erfaßt. In Laborversuchen haben die Erreger auch
menschliche Zellen infiziert.
Rinderfette in
Arzneimitteln stellen nach Angaben des
Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie
kein Risiko dar. Die Produkte würden auf über
200 Grad erhitzt. Etwa 70 Prozent aller
Arzneimittel enthalten Rinderbestandteile. Außer
Fetten, die verhindern, daß Tabletten im Rachen
kleben bleiben, werden auch Gelatine und Insulin
verwendet. (mut)
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